Sommersersemester 2024
Universität Hamburg

Ein Komponist ringt um Fassung
oder
warum Anton Bruckner einige Sinfonien mehrfach komponierte

Vorlesung (eine Veranstaltung des Zentrum für Weiterbildung)

Mittwochs 16.15 – 17.45, online
Termine: 10.4., 17.4., 24.4.,
8.5., 15.5., 29.5.,
5.6. und 12.6.2024

Wird eine Symphonie von Anton Bruckner im Konzertsaal aufgeführt oder auf Tonträger eingespielt, so ist häufig vor der »Originalfassung« die Rede. Dies impliziert, dass daneben auch andere Fassungen ein und desselben Werkes existieren, die offensichtlich nicht dem Original entsprechen. Doch was ist die Originalfassung? Wieviele Fassungen gibt es von einer Bruckner-Symphonie und betrifft dies alle neun Symphonien?

In der Tat hat Bruckner einige seiner Symphonien gleich mehrfach überarbeitet und zum Teil gravierend geändert; dies betrifft vor allem die 3. und 4. Symphonie, die in drei unterschiedlichen Fassungen vorliegen, die 1. und 8. Symphonie, die in zwei Fassungen vorliegen und die Frage nach der »Originalfassung« geradezu absurd erscheinen lassen. Hinzu kommen die wohlmeinenden Bearbeitungen der 5. und 9. Symphonie durch zwei seiner Schüler, deren Eingriffe soweit gehen, dass hier schon vom Tatbestand der Verschandelung zu reden ist. Nimmt man dann noch die – gleichwohl philologische – Akribie der beiden Hausgeber der Bruckner-Gesamtausgabe hinzu, mag sich der Fassungsdschungel kaum noch erhellen.

Diese Vorlesung will das Gewirr der unterschiedlichen Fassung aufgreifen und zu klären versuchen, die einzelnen teilweise tiefgreifenden Unterschiede herausarbeiten und den Begriff der »Originalfassung« relativieren.

 

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1. Vorlesung