Sommersemester 2013
Universität Hamburg

… und der Musiker verschwindet
Interpreten, Instrumente und Musikautomaten von Haydn bis Stockhausen

Vorlesung (eine Veranstaltung der Arbeisstelle für wissenschaftliche Weiterbildung)
Dienstags 15.15 – 16.45, Hörsaal ESA A
Temine: 9. April, 16. April, 23. April, 30. April, 7. Mai,
28. Mai, 4. Juni, 11. Juni, 18. Juni, 25. Juni 2013

Seit ungefähr 100 Jahren hat sich durch die Klangaufzeichnung und -übertragung unser Musikhören nachhaltig verändert, den größten Teil der Musik rezipieren wir mittels Schallplatten, CDs, Radio und inzwischen auch über das Internet. Dass hierbei die Trennung zwischen Hören und Sehen vollzogen wurde, der ausführende Musiker verschwunden ist, scheint uns dabei nicht mehr zu stören. Dabei hat die Musik ohne Interpreten eine lange Geschichte und die Elektrizität hat die Produktion und Reproduktion grundlegend verändert: Musikhören ohne Strom ist (fast) unmöglich.

Diese Vorlesung spürt einer etwas anderen Musikgeschichte nach, deren Zeit sich von den ersten mechanischen Musikinstrumenten und Musikautomaten bis zur der mit elektrischem Strom erzeugten Musik unserer Tage erstreckt. Ausgehend von den Musikautomaten und ihre Einflussnahme auf Kompositionen seit Joseph Haydn, werden das Selbstspielklavier mit der Vielfalt der damit aufgezeichneten Interpretationen und eigens dafür erstellte Kompositionen, die Bedeutung der Klangaufzeichnung, sowie der Einfluss der Elektrizität auf neuartige Instrumente (Thermen und Trautonium) und Kompositionsprinzipen (Elektronische Musik) und Aufführungsprinzipien in historische Zusammenhänge eingeordnet und exemplarisch dargestellt.