Sommersemester 2014
Universität Hamburg

Die Symphonie im 19. Jahrhundert
Zur Entstehung und Aufführungspraxis einer bürgerlichen Konzertgattung
(forts.: »Beethovens Erbe«)

Vorlesung (eine Veranstaltung der Arbeisstelle für wissenschaftliche Weiterbildung)

Mittwochs 16.15 – 17.45
Temine: 9., 16. und 23. April, 7., 14., 21. und 28. Mai, 4. Juni

Mit den Symphonien Ludwig van Beethovens war in dieser musikalischen Gattung ein Maßstab gesetzt, der die nachfolgenden Komponisten oft genug einen unüberwindbaren Respekt abnötigte, der dem übermächtigen Vorbild geprägt war. Die Komponisten der Romantik waren dadurch auf der Suche nach neuen Konzepten oder suchten nach neuen Anknüpfungspunkten.

Bei Franz Schubert wurde das symphonische Schaffen neben der »Unvollendeten« von zahlreichen weiteren Fragmenten geprägt, bei Hector Berlioz wandelte es sich zur Programm-Musik mit teilweise gigantischen Ausmaßen und bei Franz Liszt führten die Programmsymphonien und die symphonischen Dichtungen ein friedliches Nebeneinander. Dass dies im 19. Jahrhundert keineswegs immer der Fall war, zeigen die erbitterten Auseinandersetzungen zwischen der »absoluten Musik« und einer programmatischen Symphonik mit ihrem Bezug auf außermusikalische Inhalte. Unbeeindruckt davon weitete Felix Mendelssohn Bartholdy die Symphonie zur Kantate aus, griff Robert Schumann auf Zitiertechniken zurück und quälte sich Johannes Brahms Jahrzehnte, um Beethoven schweres Erbe zu überwinden.

Neben der Betrachtung dieser kompositorischen Entwicklungen liegt in dieser Veranstaltung ein besonderes Augenmerk auf der historischen Aufführungspraxis der Symphonien (Besetzung der Orchester, Besonderheiten der Konzertsäle, zunehmende Bedeutung des Dirigenten etc.), die bis in die heutige Zeit für Diskussionen sorgt.