Wintersemester 2015/16
Universität Hamburg

Stationen und Situationen der Musik im Nachkriegsdeutschland

Vorlesung (eine Veranstaltung der Arbeisstelle für wissenschaftliche Weiterbildung)

Mittwochs 16.15 – 17.45, Hörsaal ESA B
Temine: 28. Oktober 2015,
4. November, 11. November, 18. November, 25. November 2015,
2. Dezember, 9. Dezember, 16. Dezember 2015

Mit den seit 1946 in Darmstadt stattfindenden »Ferienkurse für Neue Musik« wurde der Versuch unternommen, dem zeitgenössischen Musikleben in Deutschland neue Konturen zu geben. Sie waren einerseits geprägt von einem Nachholbedarf und der Bereitschaft, sich mit einer Musik auseinanderzusetzen, die neue Wege eröffnete. Anfängliche Orientierungslosigkeit wandelte sich relativ schnell in Grundsatzdiskussionen über ästhetische Anschauungen und kompositorische Techniken. Die Ferienkurse entwickelten sich zu einem internationalen Forum produktiver Kommunikation und tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten. Mit den Donaueschinger Musiktagen und der Konzertreihe »musica viva« in München etablierten sich weitere Institutionen der Neuen Musik.

Anhand historischer Dokumente und beispielhafter Werke wird diskutiert, welche Komponisten und musikalische Stilrichtungen eine erste Orientierung versprachen, warum die geistige Wiederkehr von Schönberg und Webern zur seriellen Musik führte und welchen Einfluss die Rundfunkanstalten auf das Musikleben der Avantgarde hatten. Gleichzeitig wird der Blick auf die Komponisten und die ästhetischen Anschauungen gelenkt, die in der sowjetischen Besatzungszone für die »moderne Musik« maßgeblich waren.