Sommersemester 2017
Universität Hamburg

Musik in Böhmen und Mähren.
Aspekte zu einem musikalischen Nationalstil im 19. Jahrhundert

Vorlesung (eine Veranstaltung der Arbeisstelle für wissenschaftliche Weiterbildung)

Mittwochs 16.15 – 17.45, Hörsaal ESA K
Temine: 19. April, 26. April,
3. Mai, 10. Mai, 24. Mai, 31. Mai,
14. Juni, 21. Juni 2017

Innerhalb der Musik des 19. Jahrhunderts lässt sich eine Entwicklung verfolgen, die von großer nationaler Eigenständigkeit geprägt ist. Die Komponisten besannen sich auf die musikalische Kultur des Volkes und integrierten deren Idiome in ihre Kompositionen. Besonders in Böhmen und Mähren ging dies mit einem gesellschaftlichen und politischen Aufbegehren gegen die Habsburgische Herrschaftsschicht einher. Einer kulturellen und sprachlichen Bevormundung der k. u. k. Monarchie wurde das genuin Tschechische entgegen gesetzt.

Anhand einiger Kompositionen von Friedrich Smetana und Anton Dvorak wird der Frage nachgegangen, welche musikalische Idiome als typisch tschechisch konnotiert werden und wie sich die beiden böhmischen Komponisten zu Vertretern einer nationalen Musiksprache entwickelten. Mit ausgewählten Werken des Mähren Leos Janaceck wird dessen Lebens- und Schaffensweg nachgezeichnet und seine individuellen und originellen kompositorischen Eigenarten näher betrachtet.

Eine besondere Berücksichtigung wird der musikalischen Verarbeitung des Hussitenchorals zukommen, der als klingendes Symbol die lebhafte Erinnerung an Historisches in die damalige Gegenwart und eine neue erhoffte politiche Zukunft projizierte.